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Navarra |
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Navarra liegt im Norden von Spanien, umfasst die westlichen Pyrenäen und reicht bis ins Tal des Ebro. Mit 600 000 Einwohnern ist es eine der kleinsten Autonomiegebiete in Spanien. Allerdings ist es auch eine der reichsten Regionen, nicht zuletzt dank deutscher Investoren. So gibt es zum Beispiel Produktionsstätten von Volkswagen, Liebherr und Bosch.
Auch früher schon war Navarra ein goldenes Land, sogar ein Königreich. Von 905 bis etwa 1512 bestand Navarra als eigenständiger Staat in den Westpyrenäen. Gegründet wurde es nach dem Zerfall der Reiche der Westgoten und Asturiens. Die größte Gebietsausdehnung erreichte es etwa 1010 unter Sancho III, auch Sancho der Große genannt. Unstimmigkeiten zwischen Frankreich und Aragon führten 1512 zum Bürgerkrieg und zur Teilung Navarras. Der Südteil fiel Aragon zu, der nördliche Teil konnte seine Unabhängigkeit jedoch bis 1589 noch aufrechterhalten. In diesem Jahr wurde Heinrich III. von Navarra zum König Heinrich IV. von Frankreich gekrönt. Nord-Navarra gehörte dann de facto zu Frankreich. Der südliche Teil wurde im 19. Jahrhundert spanische Provinz und erhielt 1982 die Autonomie. Noch heute zeugen zahlreiche Bauwerke und geschichtliche Dokumente von der Zeit als Königreich.
Navarra gehört teilweise zum historischen Baskenland und noch heute ist Baskisch teilweise Amtssprache. Die typischen Traditionen beeinflussen auch Essen, Lebensart und den Rythmus der Region.
Die Hauptstadt Pamplona ist vor allem für den Lauf der Stiere einmal im Jahr bekannt. Im Juli werden eine Woche lang jeden Morgen hunderte Stiere durch bestimmte Strassen der Stadt getrieben. Wer den Kick sucht kann mit ihnen um die Wette laufen. Leider werden jedes Jahr etliche Teilnehmer verletzt und sogar getötet. Die Stierläufe sind eigentlich Teil einer religiösen Prozession, den Sanfermines, die zu Ehren der Firmin von Amiens abgehalten werden. Günstige Hotels in Navarra müssen sie weit vor ihrem geplanten Reiseantritt buchen, durch die vielen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten in der Region sind viele preiswerte Unterkünfte nicht nur in der Urlaubszeit bzw. in den Sommerferien komplett ausgebucht! Durch Pamplona führt übrigens auch auch ein alter Pilgerweg, der Jakobsweg. Darum sind gerade in den Sommermonaten viele Pilger dort unterwegs. Pamplona ist auch jenseits der Stiersaison einen Besuch wert. Die Stadt wird überragt von der beeindruckenden Zitadelle die im Jahre 1571 angelegt wurde. Die alte gothische Kathedrale ist sogar noch älter und wurde schon 1387 begonnen.
Pamplona ist nicht nur wirtschaftliches, sondern auch bildungskulturelles Zentrum von Navarra. Die Stadt besitzt drei Universitäten, war bei nicht einmal 200 000 Einwohnern sehr viel ist. Die Älteste ist die "Universidad de Navarra". Sie wurde 1952 als katholishce Universität gegründet. Als Pendant wurde 1987 die öffentliche "Universidad Pública de Navarra" etabliert. Zusätzlich gibt es noch "Universidad Nacional de Educación a Distancia", eine Fernuniversität für berufsbegleitende Studiengänge. Pamplona hatte auch einen prominenten Fan, und zwar Ernest Hemingway. In seinem Buch "Fiesta" beschreibt er die Stierläufe und machte damit die Stadt weltberühmt.
Eine ebenfalls sehenswerte Stadt ist Estella. Dort ist besonders die vielschichtige Architektur zu bestaunen, zum Beispiel der "Palast der Herzöge von Granada de Ega", der im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Die "Iglesia de San Pedro de la Rúa" wurde erstmals 1174 erwähnt und 1256 schliesslich zur Hauptkirche Estellas erhoben. Beeindruckend ist besonders die große Freitreppe, über die man zur Kirche aufsteigt. Estella ist ein Zentrum für Kunst jeder Art. Es gibt verschiedene Festivals, zum Beispiel für Musik und Mittelalterstudien. Im Park "Parque de los Desvelados o Las Calaveras" sind verschiedene Holzarbeiten und Skulpturen des Künstlers Luis García Vidal ausgestellt.
Kulinarisch seien besonders die Wild- und Fischgerichte empfohlen sowie das typische Spanferkel. Aus wilden Schlehen wird zusammen mit Anisschnaps hochprozentiger Pacharán angesetzt, der auch über Estella hinaus sehr beliebt ist.
Navarra ist auch ein wichtiges Weinbaugebiet. Während die Anbaufläche einst über 50 000 ha betrugt, setzte die Reblaus dem ein jähes Ende. Heute konnte man wieder 15 900 ha kultivieren. Die wichtigste Weinsorte ist Tempranillo. Zudem werden auch Cabernet Sauvignon und Merlot angebaut, aber hauptsächlich für den Verschnitt mit Tempranillo. Es gibt auch weiße Weine, da zum Beispiel Viura. Die Provinz Navarra ist ein besonders attraktiver Geheimtipp für einen Urlaub in Spanien.
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