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Galicien

  
Ganz im Nordwesten von Spanien, sozusagen direkt über Portugal liegt die autonome Provinz Galicien, auf spanisch auch Galicia genannt. Im Norden und im Westen grenzt die Provinz an den Altantischen Ozean. Über 300 km der Küste sind dabei Sandstrände, was die Region zu einem attraktiven Urlaubsgebiet macht. Das interessante der Küstenabschnitte sind sicherlich die Rias, trichterförmige Einschnitte ins Landesinnere ähnlich wie norwegische Fjörde. Die ansprechende Mischung aus flachen Meerwasserbuchten und steilen Küsten zieht Touristen aus aller Welt an. Aber auch der Fischfang und die großen Häfen sind für die schwache Wirtschaftsstruktur sehr wichtig. Leider kam die Region in den letzten Jahren immer wieder durch Negativschlagzeilen über Havarien und Tankerunglücke ins Gerede. Große Bürgerinitiativen sollen jetzt das Bild als Urlaubsziel und umweltfreundliche Industrie stärken.


Bereits früher, in den frühesten Epochen menschlicher Besiedlung lebten in der Region Menschen und bildeten eine ganz eigene Kultur heraus. Archäologen haben zahlreiche Funde ausgraben können. Die ältesten werden auf etwa 25 000 v.Chr. datiert. Besonders reiche Funde wurden aus der Zeit ab 8 000 v.Chr. geborgen. Dabei handelt es sich vor allem um verschiedene Steinwerkzeuge und Keramiken. Hinzukommen über 5000 Hügel, die in der Megalithischen Kulturzeit angelegt wurden. Die bekanntesten Anlagen liegen bei Bainas und Dombate und können auch besichtigt werden. In späteren Epochen entwickelte sich die Metallverarbeitung und es entstanden große Dorfanlagen. Unzählige Schmuck- und Kunstgegenstände konnten gesammelt werden und die Siedlungsanlagen sind noch heute zu sehen.
Etwa 200 Jahre vor Christus fielen die Kelten immer wieder in das Land ein und siedelten sich dort an. Vom keltischen Stamm der Galläker stammt übrigens auch der Name Galizien. Noch heute sind Überbleibsel dieser Siedler spürbar, zum Beispiel die Sprache. Das Galicische ist seit 1981 als Amtssprache der Provinz und seit 2005 sogar als offizielle Sprache der EU anerkannt.
Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt von Wanderungsbewegungen und wechselnden Königreichen auf galicischem Territorium. 1833 wurde das letzte Königreich Galicia formell aufgelöst und 1980 erhielt die Provinz den Autonomiestatus.

Auch heute wird das keltische Erbe gepflegt. Die typische Musik erinnert mit Klängen von Dudelsack, Harfe und Leier an irische Volksmusik. Gelegenheit zum Feiern gibt es mehr als genug. Der 25. Juli ist Nationalfeiertag und obendrein Namenstag von Jakobus bzw. Santiago. Andere Feste nehmen historische Ereignisse zum Anlass. So gibt es ein Wikingerfest, das auf die Überfälle der Wikinger im Mittelalter anspielt, oder ein Fest in Vigo, das die Rückgewinnung der Stadt im Krieg gegen Napoleon feiert.

Zum Feiern gehört gutes Essen. Die Küste ist besonders für Muscheln und Schalentiere bekannt. Teilweise werden Tiere zubereitet, die sonst eher selten den Weg auf den Teller finden, wie zum Beispiel die Entenmuschel. Auch Fisch wie der Seehecht sind sehr beliebt. Der traditionelle Stockfisch, das heißt gesalzener und getrockneter Fisch, darf natürlich auch nicht fehlen. Scharf geht es auch in der Gemüseküche zu. Hier kommen vor allem würzige Eintöpfe und Ragouts auf den Tisch. Auch Teigtaschen gefüllt mit Fleisch oder Paprika werden häufig serviert. Ihre Beliebtheit erkennt man schon daran, dass sie sogar im Portal der Kathedrale von Santiago de Compostela verewigt wurden.

Viele Sehenswürdigkeiten von Galicien haben einen religiösen Hintergrund. So verläuft der historische Jakobsweg quer durch das Land und wird jedes Jahr von tausenden Pilgern bewandert. Der Weg gründet sich auf den angeblichen Fund der Gebeine von Jakobus, einem Apostel und Jünger Jesu, im Jahre 813. Schnell wurde der Fundort zum Wallfahrtsort um das Grab des Apostels zu besuchen. Preiswerte und doch komfortable Hotels in Galicia, für Pilger und Urlauber in der Region Galizien stehen für ihre Übernachtungen in grosser Auswahl zur Verfügung.

1075 wurde die Kathedrale de Santiago de Compostela begonnen und 1211 fertig gestellt und als Gotteshaus geweiht. In der Kathedrale, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, kommen aufgrund verschiedener Bauzeiten und Erweiterungen viele Baustile zusammen. Gotik, Barock und Neoklassizismus geben ein interessantes und doch homogenes Bild. Die besonderen Sehenswürdigkeiten der Anlage sind ein überdimensionales Weihrauchfaß, die Reliquien des Apostels sowie ein Splitter des Heiligen Kreuzes.

Galicia selbst unterteilt sich wiederum in vier kleinere Privinzen: Ourense, Coruña, Lugo und Pontevedra. Die Unterschiede werden gepflegt, aber mehr scherzhaft betrachtet und eher im Sport etc. ausgelebt. Zum Beispiel zwischen den zwei großen Fußballvereinen Deportivo de la Coruna und Real Club Celta de Vigo.




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