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Extremadura

  
Mag die autonome Gemeinschaft Extremadura im Südwesten von Spanien zu den ärmsten Regionen diese Landes gehören, das Reichtum an Natur- und Kunstschätzen ist dafür umso erstaunlicher. Zu Extremadura gehören die Regionen Caceres und Badajoz. Die Hauptstadt Merida war zu Zeiten der Römer ein nicht unbedeutende Handelsplatz bis die Mauren das Land eroberten. Erst im Zuge der Vertreibung derselben in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der so genannten Reconquista, gewann Extremadura wieder an Gewicht. Diese Gegend brachte einige bedeutende spanischen Eroberer, wie Hernan Cortes, Fransisco Pizarro oder Hernando de Soto, hervor, daher wird Extremadura auch „tierra de conquistadores“ genannt.


Mehrere Gebirgszüge und Täler prägen das Landschaftsbild des im nördlichen Teil von Extremadura. Es handelt sich hier um das Cordillera Central, dem Montes de Toledo und der Sierra Morena. Der höchster Gipfel ist der Calvitero mit über 2400m. Dank des hohen Wasservorkommens ist diese Gegend sehr fruchtbar und für die Landwirtschaft bestens geeignet. Das Untere Extremadura südlich des Flusses Tajo dagegen ist flach und eben. Hier wachsen die berühmten Steineichenhaine („dehesas“), deren Eicheln an die schwarzen iberischen Schweinen verfüttert werden. Das soll den besonderen Geschmack und die hohe Qualität ihres Schinkens ausmachen.

Neben den Steineichen gedeihen hier auch Korkeichen, aus denen man Korken für die Weinproduktion herstellt. Denn natürlich wird auch in dieser Gegend Weinanbau betrieben.

Das Klima in Extremadura ist kontinental, extrem heiße Sommer wechseln sich ab mit ziemlich kalten Wintermonaten. Extremadura ist vor allem eine Gegend für Naturliebhaber, insbesondere Vogelkundler und Reptilienfreunde kommen hier auf ihre Kosten. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen noch bei angenehmen 15 bis 25 Grad liegen, erblüht die Landschaft und zeigt sich von seiner schönsten Seite. Flora und Fauna sind hier einmalig und von ganz besonderem Reiz. Auf den zahlreichen wunderbaren Wanderwegen wandelnd, lässt sich ihre ganze Vielfalt am besten entdecken und bewundern. Einige vorm Aussterben bedrohte Tiere kann man hier noch in freier Wildbahn beobachten wie beispielsweise den Pardelluchs, die Großtrappe, die auch das Wappentier dieser Region ist, Kraniche, Schwarzstörche und Wölfe.

Aber auch für die Kulturbeflissenen hat Extremadura einiges zu bieten - dank seiner bewegten Geschichte, die nachweislich mit dem Einzug der Kelten vor 3000 Jahren begann, später folgten erst die Karthager und dann die Römer. Aus den vergangenen Zeiten gibt es noch so manche historischen Baudenkmäler, die heute noch vom Einfluss dieser fremden Kulturen Zeugnis ablegen.

In der Hauptstadt Merida befinden sich die Ruinen des wirklich beeindruckenden Teatro Romano. Den historisch interessierten Besucher dürfte auch das Amphitheater begeistern. Zwei Äquadukte sind ebenfalls auf die Römer zurückzuführen. Das Museum Römischer Kunst beherbergt viele äußerst wertvolle Kunstgegenstände.

Die Stadt Carceres beeindruckt den Besucher durch seine gut erhaltene mittelalterliche Altstadt und seinen Palästen aus der Zeit der Renaissance.

In Badajoz kann man die Reste einer maurischen Festung, einer so genannten Alcazaba, bewundern. Eine Kathedrale im gotisch-romanischen Stil aus dem 13. Jahrhundert zieht ebenfalls die Blicke auf sich.

Das Städtchen Plasencia bildet eine wichtige Station auf dem berühmten Jakobsweg, die die Pilger auf ihrem Marsch nach Santiago de Campostela passieren müssen. Die Stadt verfügt noch über interessante Sakralbauten. Zum Beispiel eine Kathedrale, mit deren Bau bereits im 12. Jahrhundert begonnen wurde. Aber ihre Fertigstellung zog sich dann doch noch über sage und schreibe sechs Jahrhunderte hin. Auch der Marktplatz hat einige wunderschöne Gebäude vorzuweisen, die ebenfalls aus den verschiedensten Epochen stammen.

Die Stadt Trujillo ist vor allem bekannt als die Wiege der Conquistadores. Hier ist nicht nur Pizarro geboren worden, einer der Entdecker von Südamerika, sondern noch 56 (!)weitere Eroberer. Im Museo de la Coria kann sich der Besucher über deren Taten und Wirken in Südamerika informieren. Danach bietet sich noch ein Bummel durch die malerische Altstadt mit ihren zahlreichen historischen Gebäuden an, eine mittelalterliche Festung und die Reste einer Stadtmauer mit sieben Türmen liegen sozusagen auf dem Weg.

Die Spanier selber schätzen diese Gegend durchaus als Ausflugs- und Reiseziel. Gerade weil diese Gegend bis jetzt noch nicht vom Massentourismus entdeckt worden ist, hat sie sich viel an Ursprünglichkeit und in gewisser Weise auch an Unberührtheit bewahren können.




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